Politik & Gesellschaft
Januar 2026

Der Verein "Wir! So besonders" blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Dank mehrerer Spenden über insgesamt etwa 8.000 Euro konnte jeden Monat ein besonderes Event finanziert werden. Der Ende 192 2 gegründete gemeinnützige Verein versteht sich als "Begegnungsort für soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Bereich der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche mit geistigen, seelischen und körperlichen Einschränkungen". Vorsitzende sind Natalia Friesen und Eileen van de Meer.
Zum Beginn der neuen Session des Karnevals der Vereine (Kdv) dürfen sich sechs örtliche Vereine über einen Zuschuss freuen. Aus dem Erlös der Karnevalsfeier 2025 werden insgesamt 3.000 Euro ausgeschüttet.
Mit der 42. Auflage des Jugendcups der Vereinigten Volksbank erlebt die neue Multifunktionshalle noch vor der offiziellen Eröffnung eine gelungene Premiere und besteht ihre Feuertaufe. An dem von der Jugendabteilung des VfR und der JSG Borgentreich ausgerichtete Jugendturnier nehmen mehr als 50 Nachwuchsteams aus dem gesamten Kreis Höxter und angrenzenden Regionen teil. Foto: VfR
Die Freiwillige Feuerwehr muss immer öfter ausrücken - insgesamt 70 mal im vergangenen Jahr. Das entspricht 590 Einsatzstunden. Dazu kommen 1.620 Stunden Übungsdienst. 2024 hatte der Löschzug Borgentreich 60 Einsätze.
Der kurz vor dem Aus stehende Jugendtreff im Katharina-von-Bora-Haus bekommt neues Leben eingehaucht. Eine Kooperation von Evangelischer und Katholischer Kirche, Stadt und Kreis sowie der AWO sichert die Weiterführung. Kinder und Jugendliche finden in dem Gemeindehaus auf dem Lehmberg eine feste Anlaufstelle mit regelmäßigen Freizeitangeboten.
Februar 2026
Borgentreich? Das Westfalen-Blatt hat die Rezensionen auf Google ausgewertet und herausgefunden, dass die Orgelstadt als solche durchschnittlich 3,1 von fünf möglichen Sternen erhält. Am besten bewertet werden mit jeweils 4,8 Sternen die Klus Eddessen und die Lourdes-Grotte. Es folgen das Central Kino und das Orgelmuseum mit jeweils 4,7 Sternen.


Wird aus der Orgelstadt die Windspargelstadt Borgentreich? Überall entstehen neue Windkraftanlagen. Unter Projektierern, Betreibern und begünstigten Ackerbesitzern herrscht Goldgräberstimmung. Doch selbst Befürwortern der Energiewende treibt die wahnsinnige Ausbaudynamik Sorgenfalten auf die Stirn. Den einst freien Blick vom Galgenberg oder Hohen Berg zum Desenberg verbauen inzwischen 260 Meter hohe Rotorentürme. Und es werden immer mehr. Das gefällt längst nicht allen.
Über die zahlreichen Windkraftbaustellen um Borgentreich ärgern sich auch viele Autofahrer. An den Baustellenzufahrten gelten nämlich Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wenn gerade nicht gebaut wird – und das ist manchmal über Tage und Wochen der Fall – sowie an den Wochenenden müssten die Baufirmen die Tempo-70- oder 50-Schilder eigentlich unkenntlich machen. Tun sie vielfach aber nicht. Für nichts und wieder nichts bremst der Windradbau so den Straßenverkehr aus.
Eine kritische Betrachtung des Windkraftausbaus in der Börde mit Karten und Zahlen findet ihr in der Rubrik „Aktuelles“.

Weil das katholische Pfarrheim nur ein Treppenhaus und keinen Notausgang hat, erfüllt das Obergeschoss mit dem großen Saal nicht mehr die aktuellen Brandschutzauflagen. Wegen eines fehlenden Flucht- und Rettungsweges dürften in dem 120 Menschen fassenden Saal nur noch Veranstaltungen mit 12 Teilnehmern stattfinden. Um den kfd-Karneval dort trotzdem feiern zu können, lässt der Kirchenvorstand als potenziellen Fluchtweg ein Gerüst mit Treppen errichten. Nicht schön, aber pfiffig und zweckmäßig.
Das Gerüst soll solange stehen bleiben, bis der ohnehin geplante Umbau abgeschlossen und auf der Rückseite des Gebäudes ein neuer barrierefreier Eingang geschaffen ist. Also wahrscheinlich mindestens ein Jahr.
Der Borgentreicher Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erhält von der EAM-Stiftung wie schon im Vorjahr den Hauptpreis von 5.000 Euro. Seit 15 Jahren betreibt die AWO in der Orgelstadt eine Tafel, die einmal im Monat für Sozialschwache geöffnet hat. 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer versorgen etwa 220 Bedürftige, darunter 70 Kinder, aus dem gesamten Stadtgebiet mit Lebensmitteln.
März 2026
Borgentreich rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Die Rücklagen sind aufgezehrt, und der beinur einer Enthaltung vom Rat verabschiedete Haushalt 2026 weist ein Defizit von 3,8 Millionen Euro auf. Die Gesamtschulden belaufen sich auf knapp 40 Millionen Euro. Auf jeden der 8.491 Einwohner entfallen rechnerisch 3.762 Euro Schulden. Größte Investitionen sind in diesem Jahr ein neues Feuerwehrgerätehaus für Bühne, Manrode und Muddenhagen (3,84 Millionen Euro), Das zweite Jahrgangshaus für die Grundschule (1,34 Millionen Euro), Brandschutzmaßnahmen im Orgelmuseum (185.000 Euro), Hochwasserschutz in Natzungen und Rösebeck (678.000 Euro) und das gemeinsame Industriegebiet Desenberg (845.000 Euro). Die Kreisumlage schlägt mit 9,45 Millionen Euro zu Buche.
Wechsel an der Spitze des Leichtathletikvereins (LV) Bördeland Borgentreich: Christian Tewes und seine Ehefrau Svenja Strausberg lösen Frank Wieners (1. Vorsitzender) und Kurt Wagemann (2. Vorsitzender) ab, die nach 20 Jahren in verantwortlichen Positionen nicht wieder kandidierten. Der Verein hat etwa 80 Mitglieder.
April 2026
Mit einer Gewerbeschau in der Keggenriede feiert das Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen Koch sein 30-jähriges Bestehen. 1996 von Gärtnermeister Thorsten Koch als Baumschule gegründet, präsentiert sich die Firma heute unter dem Namen "K + K Borgentreicher Grünbau" als gut drei Hektar großer Landschaftspark im Gewerbegebiet. Die Firma kultiviert nach eigenen Angaben etwa 60.000 Staudenpflanzen – mehr als jeder andere Gartenbaubetrieb im Kreis Höxter. Als Mitgeschäftsführer ist inzwischen Joel Kohlbrock in das Unternehmen eingestiegen.


Nach dreijähriger Bauzeit wird Borgentreichs neue Multifunktionshalle offiziell in Betrieb genommen. Ein langer Planungs- und Realisierungsprozess findet damit sein erfolgreiches Ende.
2016 fällt die Entscheidung für die Erneuerung der Sporthalle in Borgentreich. Die 1981 errichtete Zweifachhalle erfüllt die Brandschutzauflagen nicht mehr. Sie ist zudem nach gerade einmal 40 Jahren bereits derart baufällig, dass eine erforderliche umfassende Sanierung laut eines Gutachtens gut drei Millionen Euro kosten würde. Der Rat entscheidet sich deshalb für einen Neubau. Ende 2022 wird das Gebäude abgerissen. Ein Jahr später steht der Rohbau der 50 x 55 Meter großen Dreifachsport- und Mehrzweckhalle, die auch für kulturelle Großveranstaltungen genutzt werden kann. Bei den Bauarbeiten kommt es allerdings immer wieder zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Aus den anfangs kalkulierten acht Millionen Euro werden schließlich mehr als zehn Millionen. Die genaue Endsumme ist bei der Einweihung noch offen. Immerhin erhält die Stadt Zuschüsse von 5,8 Millionen Euro.
Das Werk ist auf jeden Fall gelungen. Bürgermeister Nicolas Aisch spricht von einem großen Tag für Borgentreich, Landrat Michael Stickeln nennt die Halle einen „Leuchtturm für den Kreis und für den gesamten ländlichen Raum“.
Mai 2026
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet präsentiert Pläne zum Bau einer neuen 380-kV-Höchstspannungs-Doppelleitung von Würgassen nach Twistetal. Die 56 Kilometer lange Trasse führt nach derzeitigem Planungsstand auch durch das Stadtgebiet von Borgentreich. Die Planungen sind allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. Vor 2045 wird das Großprojekt voraussichtlich nicht realisiert.
Während viele Vereine Probleme haben, überhaupt einen Schützenkönig zu finden, stehen in Borgentreich die Bewerber Schlange. 19 Schützen erreichen nach zwei Schüssen auf die Zwölferscheibe mit jeweils 24 Ringen das Stechen. Drei schaffen erneut die Höchstzahl und schießen ein drittes Mal. Die Königswürde erringt mit dem insgesamt 256. Schuss schließlich der Frank Aufenanger (41), Industriemechaniker bei Benteler. Mitregentin wird seine Ehefrau Lisa Aufenanger (32), sie arbeitet als Verwaltungsangestellte im HPZ. Das Ehepaar hat eine siebenjährige Tochter.
Über 6,6 Millionen Euro aus dem Sondervermögen (der korrekte Begriff wäre eigentlich "Sonderschulden") des Bundes kann sich Borgentreichs Stadtkämmerer Christof Derenthal freuen. In welche Infrastrukturmaßnahmen das Geld fließen wird, ist noch nicht entschieden. Der größte Teil soll voraussichtlich in Schulen und Bildung investiert werden.

Bei Tiefbauarbeiten für die Windkraft-Stromtrasse zwischen Dinkelburg und dem neuen Umspannwerk bei Aldorpsen findet ein Ausgrabungsteam des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die mittelalterliche Siedlung Echene. Ihre frühere Existenz war aus historischen Quellen bekannt, doch bisher konnte niemand sagen, wo genau sich Echene befand.
Die Fachleute wussten aus Schriftquellen von der Siedlung, und auch, dass sie noch im Mittelalter wieder unterging oder aufgeben wurde. Der Flurname "Echeln" nordwestlich des Mühlenbaches deutete eindeutig auf die Siedlung Echene hin, die 944 erstmals erwähnt wird. Echene wird in den folgenden Jahrhunderten immer wieder genannt, die letzten Nachrichten stammen aus dem 15. Jahrhundert.
"Danach gerät die Siedlung in Vergessenheit bis zur Neuentdeckung vor einigen Wochen", erklärt Dr. Sven Spiong, Leiter der Bielefelder LWL-Archäologie. Da die freigelegten Überreste der Siedlung bis in die Bachniederung reichen, schätzen die Archäologen, dass sich die Siedlung möglicherweise auch auf der anderen Bachseite fortsetzte, wie es auch der Flurname dort vermuten lässt.
"Die Ausgrabung ermöglicht uns einen guten Blick in den Alltag der Menschen in einer ländlichen Siedlung mit all seinen Entwicklungen über die Jahrhunderte", macht Spiong deutlich. Hierfür müsse das Team aber erst viele Kisten, randvoll mit Scherben, durchsehen, jede einzelne Grube datieren um dann die Entwicklung der Siedlung von ihren Anfängen bis zu ihrem Untergang zumindest für den untersuchten Teilbereich zu rekonstruieren. "Erst dann erhalten wir gute Einblicke in das Leben der Menschen, die hier vor Jahrhunderten ihre Häuser errichteten, und wir können die Siedlungsgemeinschaft von Echene vor dem erneuten Vergessen bewahren."
Juni 2026
Für die Kreisliga zu gut, für eine höhere Klasse zu schwach: In der Bezirksliga präsentiert sich der VfR Borgentreich als Schießbude und steigt nur ein Jahr nach dem souveränen Aufstieg sang- und klanglos wieder ab. Nur sechs Siege in 30 Spielen, lediglich 41 eigene Treffer bei 109 Gegentoren bedeuten die mit Abstand schlechteste Torbilanz der gesamten Liga und sind eindeutig zu wenig für den Klassenerhalt. Als Drittletzter der Schlusstabelle müssen die Orgelstädter wieder zurück in die Kreisliga A. Immerhin verabschiedet sich das Team am letzten Spieltag noch mit einem 2:1-Heimerfolg gegen die SG Boke/Bentfeld.

Große Ehre für einen ehemaligen Borgentreicher Stadtdirektor: Bernhard Willim erhält im Februar die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im Kreishaus Schwelm überreicht Landrat Jan-Christoph Schaberick dem 78-Jährigen die Urkunde.
Willim wird 1980 in Borgentreich mit 32 Jahren zum damals jüngsten Stadtdirektor Nordrhein-Westfalens gewählt. Elf Jahre lang prägt er die Entwicklung der Stadt. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Stadtkernsanierung, der Aufbau einer interkommunalen Wasserversorgung mit der Stadt Trendelburg sowie ein Modellprojekt zur flächendeckenden Verkehrsberuhigung. 1991 wechselt er als Geschäftsführer zur Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) des Kreis Höxter, bevor er 2010 in den Ruhestand geht.
Die Verdienstmedaille erhält Bernhard Willim für sein Engagement bei den Rotariern – zunächst ab 1991 in Höxter und seit 2011 im Rotary Club Hattingen, seinem neuen Wohnort. 2004 gründet der begeisterte Motorradfahrer den Förderverein der „International Fellowship of Motorcycling Rotarians“ (IFMR) mit und fungiert als Schatzmeister des Fellowship. Seitdem hat der Verein bereits mehr als 500.000 Euro für gemeinnützige Zwecke gesammelt.
„Was Bernhard Willim neben seinem unermüdlichen Einsatz auszeichnet, ist insbesondere sein Gespür für die Sorgen seiner Mitmenschen. Sein Handeln ist von einem unschätzbaren Mitgefühl geprägt. Er weiß, wie man anderen hilft, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen“, würdigt Landrat Schaberick den Geehrten in seiner Laudatio.
Borgentreichs Bürgermeister Nicolas Aisch wird als Nachfolger seines Steinheimer Amtskollegen Carsten Torke zum Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter gewählt. Der 45-Jährige lenkt seit 2020 die Geschicke der Orgelstadt.